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Angebote Station 2: Das Reiterdenkmal Friedrich II (Staatsoper)

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König Friedrich II und seine sexuellen Neigungen.

König Friedrich II., der Alte Fritz, Friedrich der Große – schwul? Mitten Unter den Linden, zwischen Bebelplatz und dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität befindet sich die Reiterstatue des Preußenkönigs.

Die Regentschaft Friedrichs II. im 18. Jahrhundert gilt bis heute als fortschrittlich. Viele Zeitgenossen bewunderten ihn, andere sahen in  ihm einen skrupellosen Machtmenschen. Wenn ihm schon kein eindeutig positives Stimmungsbild seiner Bevölkerung vergönnt war, konnte er sich zumindest  schon zu Lebzeiten einer enormen Popularität und großer Aufmerksamkeit erfreuen. Eine Aufmerksamkeit, die er seiner Gemahlin verwehrte.

Königin Elisabeth Christine war es zeitlebens verboten, seinen Wohnsitz Schloss Sanssouci auch nur zu betreten. Die Ehe blieb kinderlos. Auf der anderen Seite pflegte Friedrich den Umgang mit engen Vertrauten, Freunden, Beratern und Dienern – alle waren männlich. Über Friedrichs eventuelles homosexuelles Begehren wird bis heute von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern spekuliert.

Schon zu seinen Lebzeiten wurde Friedrich für seine sexuellen Neigungen hinter vorgehaltener Hand verspottet. So schilderte Voltaire in einer anonym veröffentlichten Schrift die angeblichen morgendlichen Rituale des Preußenkönigs wie folgt:

War Seine Majestät gekleidet und gestiefelt, huldigte der Stoiker für ein paar Augenblicke der Sekte Epikurs; er ließ zwei oder drei Favoriten kommen, Leutnants aus seinem Regiment oder Pagen, Heiduken oder junge Kadetten. Man trank Kaffee. Derjenige, der das Taschentuch zugeworfen bekam, blieb eine halbe Viertelstunde mit dem König allein. Es kam dabei nicht bis zum Äußersten…Nach diesen Schuljungenvergnügen kamen die Staatsgeschäfte an die Reihe.