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Unterricht Das Bild von Männlich- und Weiblichkeit in den 1950/60er Jahren in der BRD

Hier lernen die Schüler_innen das Ideal von Weiblichkeit in den 1950/60er Jahren kennen und relativieren dieses Ideal anhand von Statisken zur Erwebstätigkeit von Frauen zu dieser Zeit.

Bild von Weib- und Männlichkeit in der BRD der 1950/60er Jahre

Bei der Video-Werbung handelt es sich um einen Werbespot für Pudding und Backin von der Firma Dr. Oetker. Das Video als zeitgenössisches Quellenmaterial verdeutlicht das Ideal von Weiblichkeit, welches in den Medien verbreitet wurde. Einerseits soll sie den Mann „täglich neu gewinnen“ und anderseits den Mann und den Haushalt versorgen. Die „Lebensfragen“ der Frau offenbaren das Ideal in überspitzter Weise: „Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?“. Gleichzeitig verdeutlicht das Zitat von Beck-Gernsheim, dass die Hausfrau auch eine ökonomische Bedeutung hatte. Die Erwerbsquote zeigt, dass 47,2% der Frauen berufstätig waren. Jedoch gesellschaftlich missachtet und für einfache Arbeiten eingesetzt, wurden sie dem Ideal der Hausfrau nachgestellt. Das Musikvideo von Gitte offenbart dagegen einerseits das Ideal von Männlichkeit und anderseits erste Ansätze zum Wandel von Weiblichkeit. Der Mann sollte demnach die Frau verführen und nach dem Wunsch der Eltern, als Repräsentanten der Gesellschaft, die Familien sicher versorgen können, damit die Frau es „einmal besser habe“ als die erste Nachkriegsgeneration.

Didaktische Anmerkung:

Der vorliegende Baustein beinhaltet zahlreiche Quellen verschiedenen Typus. Neben fachlich-historischen Kompetenzen, wie der Deutungs- und Interpretationskompetenz, wird somit auch die Analysekompetenz verschiedener Quellengattungen und die kritischen Medienkompetenz gefördert. Die Konzepte von Weib- und Männlichkeit sind skizzenhaft dargestellt. Den Schüler_innen sollte bewusst gemacht werden, dass es stets Abstufungen der „idealen“ vorgestellten Konzepte gab. Wichtig ist, dass zum einen die Hausfrau in ihrer ökonomischen Bedeutsamkeit, als auch die arbeitende Frau hinsichtlich ihrer familiären Bedeutung vorgestellt wird. Eine Zuschreibung von „Opferrollen“ soll vermieden werden. Die Verwendung von Werbe- und Musikvideos bietet die Möglichkeit, die heutige Darstellung von Weib- und Männlichkeit in genannten Medien zu untersuchen, um somit Veränderungen und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

Q6 Sachtext: Alleinstehende Frauen

Bei der Auswertung von Gesprächen mit alleinstehenden Frauen über ihre Situation in der Nachkriegszeit und in den 50ern Jahren kommen die Autorinnen zu dem Ergebnis:
„ […] Alleinstehende Frauen waren in den 50er Jahren nicht nur materiell schlechter gestellt, sondern auch in Bezug auf sozialen Status. Die Rückkehr der Männer aus den Kriegsgefangenschaft teilte die Frauen in verheiratete und alleinstehende. Jetzt erst erlangte der Begriff „alleinstehend“ seine heutige Bedeutung. In dem Maße, wie sich die Verhältnisse normalisierten, konnte wieder definiert und festgeschrieben werden, was „nicht normal“ war. Für denn im Zuge der Widerherstellung von Ehe und Familie als gesellschaftliche Norm wurden alleinstehende Frauen und ihre Lebensform zunehmend diskriminiert. Frauenhaushalte galten von da an nur noch als Notlösung für „alte Jungfern“ und die, die „keinen Mann abbekamen“. Frauengemeinschaften wurden als „minderwertig“ und „wenig erstrebenswerte“ Lebensformen hingestellt und zur „Notgemeinschaft“ deklassiert, obwohl sie von den Frauen selbst, auch ohen Vorhandensein eines männlichen Haushaltsvorstand, als intakte Familienverbände erlebt wurden. Was vorher kollektives Schicksal einer überwiegenenden Mehrheit von Frauen war, wurde nun zum Anlaß der Ausgrenzung und später zunehmenden Diskriminierung derer, die allein, d.h. Witwe oder unverheiratet, waren und blieben.“

Quelle: Hüttenbeger, Peter/ Mütter, Bernd (Hrsg.): Geschichtsbuch, Die Menschen und ihre Geschichte in Darstellung und Dokumenten 4, Berlin Cornelsen Verlag, 1988, S. 248.

Erarbeitung & Sicherung

Jede Erarbeitungsphase wird mit einer Sicherungsphase abgeschlossen.
In der ersten Phase (Werbevideo) wird das Video geschaut und erste Impressionen der Schüler_innen direkt notiert. Die Ergebnisse werden mit Hilfe der Arbeitsaufträge schriftlich gesichert. Zusätzlich können wichtige Ergebnisse auf der OH-Folie oder der Tafel gesammelt werden und im Laufe der Stunde weiterentwickelt werden.
Die Ergebnisse der zweiten Phase werden zunächst in Partnerarbeit erarbeitet. Dabei setzen sich die Schüler_innen mit verschiedenen Quellentypen (Statistik, Sachtext etc.) auseinander. Die Sicherung erfolgt wiederum schriftlich und ggf. durch Ergänzungen der OH-Folie und des Tafelbildes.
Die Ergebnisse der dritten Phase werden durch die Video-Rezeption, Textmarkierungen und wiederum Notizen zu ersten Impressionen erarbeitet.

Arbeitsaufträge:

Erarbeitung I: Weiblichkeit und Männlichkeit der 50er/60er Jahre in der BRD (Werbevideo)

  1. Sieh dir das Werbevideo aus den 1950ern an! Welches Bild von Weiblichkeit wird durch diese Werbung vermittelt? Notiere deine Gedanken stichpunktartig.
  2. Vergleiche dieses Bild von Weiblichkeit mit dem Konzept von Weiblichkeit der Arbeitsmigrantin, das im Baustein „Gastarbeiter_INNEN“ erarbeitet wurde. Notiere dir die gesammelten Ergebnisse.

    Bild von Weiblichkeit aus der Werbung Bild von Weiblichkeit der Arbeitsmigrantin

     

     

     

  3. Erkläre folgenden Ansatz von Elisabeth Beck-Gernstein! Notiere dir dazu Stichpunkte.

    „Die berufliche Arbeit bringt unmittelbar nichts anderes als Geld, […] erst dessen aktive Umsetzung in Konsumgüter […] sichert die Bereitstellung und Erneuerung der primären Existenzmittel (Nahrung, Kleidung, Wohnung)[…]. Voraussetzung und Bedingung der beruflich organisierten Arbeit“ ist somit die Hausfrau.

    (Quelle: Beck-Gernsheim, Elisabeth: Der geschlechtsspezifische Arbeitsmarkt, Zur Ideologie und Realität von Frauenberufen, Frankfurt am Main/ New York 1981, S. 35.)

  4. Was glaubst du, wie viel Prozent der Frauen sind 1960 erwerbstätig gewesen? Ergänze später die Angabe aus der Statistik (Q!

    Ich glaube, dass ______ % der Frauen 1960 erwerbstätig waren.
    Tatsächlich sind _____% der Frauen 1960 erwerbstätig gewesen.

Erarbeitung II

Das Bild von Weiblichkeit in den 1950er/ 60er Jahren (Partnerarbeit – Q6-Q9)

  1. Nenne Gründe, die es für eine Frau gab erwerbstätig zu sein. Welche Voraussetzung musste sie dafür erfüllen?
  2. Welche gesellschaftliche Stellung hatten arbeitende und/oder alleinstehende Frauen?
  3. Welche Berufe und beruflichen Positionen waren „frauentypisch“? Warum glaubst du waren genau diese Berufe überdurchschnittlich von Frauen besetzt?

Erarbeitung III

Sieh dir das Musikvideo zu „Ich will ´nen Cowboy als Mann“ von der Sängerin Gitte an und lies dir dazu den Songtext (Q10) durch.

  1. Unterstreiche dabei Passagen, die Rückschlüsse auf das Bild von Männlichkeit in den 50er/ 60er Jahren geben. Beziehe dabei auch die Aussagen der Eltern mit ein.
  2. Welchen Ansprüchen musste ein Mann gerecht werden und welches Bild von Männlichkeit erschließt sich daraus?

Auswertung

Bei der Auswertung der Phasen sollte stets auf die verschiedenen Quellengattungen eingegangen und alle in den Vergleich einbezogen werden. Im ersten Schritt sollte das Bild/Ideal von Weiblichkeit dabei explizit verdeutlicht und angesprochen werden. Dazu kann auch stets der Vergleich zum Weiblichkeitsbild der Arbeitsmigrant_innen aus dem Baustein Gastarbeiter_INNEN genutzt werden. Sowohl das Bild der „Hausfrau“ als auch der „arbeitenden Frau“ soll demnach präsent sein. Die Schüler_innen ergänzen bei der Auswertung des Musikvideos Notizen zu den passenden Textstellen. Das Bild von Männlichkeit sollte nicht nur anhand der Aussagen des lyrischen Ichs, sondern auch deren/dessen Eltern mit einbezogen werden. Auch hier kann ein Vergleich zum Bild von Männlichkeit der Arbeitsmigrant_innen aus dem Baustein Gastarbeiter_INNEN die Inhalte vertiefend darstellen.


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Unterricht Das Bild von Männlich- und Weiblichkeit in den 1950/60er Jahren in der BRD
Abstract

Hier lernen die Schüler_innen das Ideal von Weiblichkeit in den 1950/60er Jahren kennen und relativieren dieses Ideal anhand von Statisken zur Erwebstätigkeit von Frauen zu dieser Zeit.

Hintergrund

Bild von Weib- und Männlichkeit in der BRD der 1950/60er Jahre

Bei der Video-Werbung handelt es sich um einen Werbespot für Pudding und Backin von der Firma Dr. Oetker. Das Video als zeitgenössisches Quellenmaterial verdeutlicht das Ideal von Weiblichkeit, welches in den Medien verbreitet wurde. Einerseits soll sie den Mann „täglich neu gewinnen“ und anderseits den Mann und den Haushalt versorgen. Die „Lebensfragen“ der Frau offenbaren das Ideal in überspitzter Weise: „Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?“. Gleichzeitig verdeutlicht das Zitat von Beck-Gernsheim, dass die Hausfrau auch eine ökonomische Bedeutung hatte. Die Erwerbsquote zeigt, dass 47,2% der Frauen berufstätig waren. Jedoch gesellschaftlich missachtet und für einfache Arbeiten eingesetzt, wurden sie dem Ideal der Hausfrau nachgestellt. Das Musikvideo von Gitte offenbart dagegen einerseits das Ideal von Männlichkeit und anderseits erste Ansätze zum Wandel von Weiblichkeit. Der Mann sollte demnach die Frau verführen und nach dem Wunsch der Eltern, als Repräsentanten der Gesellschaft, die Familien sicher versorgen können, damit die Frau es „einmal besser habe“ als die erste Nachkriegsgeneration.

Didaktische Anmerkung:

Der vorliegende Baustein beinhaltet zahlreiche Quellen verschiedenen Typus. Neben fachlich-historischen Kompetenzen, wie der Deutungs- und Interpretationskompetenz, wird somit auch die Analysekompetenz verschiedener Quellengattungen und die kritischen Medienkompetenz gefördert. Die Konzepte von Weib- und Männlichkeit sind skizzenhaft dargestellt. Den Schüler_innen sollte bewusst gemacht werden, dass es stets Abstufungen der „idealen“ vorgestellten Konzepte gab. Wichtig ist, dass zum einen die Hausfrau in ihrer ökonomischen Bedeutsamkeit, als auch die arbeitende Frau hinsichtlich ihrer familiären Bedeutung vorgestellt wird. Eine Zuschreibung von „Opferrollen“ soll vermieden werden. Die Verwendung von Werbe- und Musikvideos bietet die Möglichkeit, die heutige Darstellung von Weib- und Männlichkeit in genannten Medien zu untersuchen, um somit Veränderungen und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

Quellen / Material
  • Q6 Sachtext: Alleinstehende Frauen

    Bei der Auswertung von Gesprächen mit alleinstehenden Frauen über ihre Situation in der Nachkriegszeit und in den 50ern Jahren kommen die Autorinnen zu dem Ergebnis:
    „ […] Alleinstehende Frauen waren in den 50er Jahren nicht nur materiell schlechter gestellt, sondern auch in Bezug auf sozialen Status. Die Rückkehr der Männer aus den Kriegsgefangenschaft teilte die Frauen in verheiratete und alleinstehende. Jetzt erst erlangte der Begriff „alleinstehend“ seine heutige Bedeutung. In dem Maße, wie sich die Verhältnisse normalisierten, konnte wieder definiert und festgeschrieben werden, was „nicht normal“ war. Für denn im Zuge der Widerherstellung von Ehe und Familie als gesellschaftliche Norm wurden alleinstehende Frauen und ihre Lebensform zunehmend diskriminiert. Frauenhaushalte galten von da an nur noch als Notlösung für „alte Jungfern“ und die, die „keinen Mann abbekamen“. Frauengemeinschaften wurden als „minderwertig“ und „wenig erstrebenswerte“ Lebensformen hingestellt und zur „Notgemeinschaft“ deklassiert, obwohl sie von den Frauen selbst, auch ohen Vorhandensein eines männlichen Haushaltsvorstand, als intakte Familienverbände erlebt wurden. Was vorher kollektives Schicksal einer überwiegenenden Mehrheit von Frauen war, wurde nun zum Anlaß der Ausgrenzung und später zunehmenden Diskriminierung derer, die allein, d.h. Witwe oder unverheiratet, waren und blieben.“

    Quelle: Hüttenbeger, Peter/ Mütter, Bernd (Hrsg.): Geschichtsbuch, Die Menschen und ihre Geschichte in Darstellung und Dokumenten 4, Berlin Cornelsen Verlag, 1988, S. 248.

  • Q7 Gesetzestext

    §1356 des BGB: „Die Frau ist […] berechtigt und verpflichtet, das gemeinschaftliche Hauswesen zu leiten.“
    Ab 1958: §1356 des BGB „Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.“

    Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch zit. Nach: Fuchs, Thomas (Hrg.): Bürgerliches Gesetzbuch vom 18. August 1896, Buch 4. Familienrecht, Abschnitt 1. Bürgerliche Ehe, Titel 5. Wirkungen der Ehe im Allgemeinen Paragraf 1356. Haushaltsführung, Erwerbstätigkeit, http://lexetius.com/BGB/1356, eingesehen am 11.01.2014.

  • Q 8 Frauen-Männerrelation in ausgewählten Berufen
     

    Frauen-Männerrelation in ausgewählten Berufsgruppen mit hohem Frauenanteil
    Berufsgruppe Pro 100 erwerbstätige Männer waren … Frauen beschäftigt
    Sekretärinnen, Steno-, Phono, Datentypistinnen 2254,1
    Textilnäher, Textilschmuckmacher, Sticker 2503,4
    Krankenpfleger, -schwestern 716,1
    Raum-, Gebäude-, Straßenreiniger 792,4
    Sprechstundenhelfer, MTA, Masseure u.ä. 1264,4
    Erzieher, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen 498,1
    Mithelfende Familienangehörige außerhalb der Landwirtschaft 829,4
    Wäscher, Plätter, Textilreiniger 496,4

    Quelle: Mitteilung aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 1974, Heft 4, S. 356. Aus: Beck-Gernsheim: Der geschlechtsspezifische Arbeitsmarkt, Zur Ideologie und Realität von Frauenberufen, Franktfurt/ New York Campus Verlag 1981, S, 16.

  • Q 9 Stellung der Frau in der beruflichen Hierarchie

    Stellung der Frau in der beruflichen Hierarchie
    Stellung im Beruf Frauenanteil
    Selbstständige
    mit 0-1 Mitarbeiter
    mit 2-9 Mitarbeiter
    mit 10 und mehr Mitarbeitern
    _
    27,5%
    13,4%
    8,7%
    Angestellte
    mit einfachen Tätigkeiten
    mit schwierigeren Aufgaben
    selbstständige Leistungen
    umfassende Führungsaufgaben
    _
    75,6%
    42,1%
    17,3%
    6,7%
    Arbeiter
    ungelernte Arbeiter
    angelernte Arbeiter
    gelernte oder Facharbeiter
    Meister/ Poliere
    _
    51,6%
    33,8%
    8,7%
    /

    Quelle: Die Frau in Familie, Beruf und Gesellschaft (1975), S. 91. Aus: Beck-Gernsheim: Der geschlechtsspezifische Arbeitsmarkt, Zur Ideologie und Realität von Frauenberufen, Franktfurt/ New York Campus Verlag 1981, S, 16.

  • Q 10 : Ich will ´nen Cowboy als Mann (1963)

    Sängerin: Gitte Hænning
    Musik: Rudi von der Dovenmühle
    Text: Nils Nobach

    Ich will 'nen Cowboy als Mann,
    ich will 'nen Cowboy als Mann.
    Dabei kommts mir gar nicht auf das Schießen an,
    denn ich weiß, das so ein Cowboy küssen kann.
    Ich will 'nen Cowboy als Mann !
    Mama sagt: "Nun wird es Zeit,
    du brauchst nen Mann, und zwar noch heut'!
    Nimm gleich den von nebenan,
    denn der ist bei der Bundesbahn!"
    Da rief ich : No no no no no,
    mit dem würd' ich des Lebens nicht mehr froh!
    "Aber warum denn nicht Kind,
    da hast du doch deine Sicherheit,
    denk doch mal an die schöne Pension bei der Bundesbahn,
    was willst du eigentlich?"
    Ich will 'nen Cowboy als Mann,
    ich will 'nen Cowboy als Mann.
    Dabei kommts mir gar nicht auf das Schießen an,
    denn ich weiß, das so ein Cowboy küssen kann.
    Ich will 'nen Cowboy als Mann !
    Papa meint', ich wär sehr schön,
    ich hätt' die Figur, von der Loren.
    Produzent vom Film kommt an,
    der würde dann mein Ehemann,
    da rief ich : No no no no no,
    mit dem würd' ich des Lebens nicht mehr froh!
    "Also, ich versteh das nicht,
    warum nimmst' denn nich den Filmfritzen?
    Sollst es doch mal besser haben als Dein Vater,
    was willste eigentlich?"
    Ich will 'nen Cowboy als Mann,
    ich will 'nen Cowboy als Mann.
    Dabei kommts…

    Quelle: Nobach, Nils: Ich will ´nen Cowboy als Mann, http://www.magistrix.de/lyrics/Gitte/Ich-Will-nen-Cowboy-Als-Mann-129531..., eingesehen am 11.01.2014.

Arbeitsaufträge

Erarbeitung & Sicherung

Jede Erarbeitungsphase wird mit einer Sicherungsphase abgeschlossen.
In der ersten Phase (Werbevideo) wird das Video geschaut und erste Impressionen der Schüler_innen direkt notiert. Die Ergebnisse werden mit Hilfe der Arbeitsaufträge schriftlich gesichert. Zusätzlich können wichtige Ergebnisse auf der OH-Folie oder der Tafel gesammelt werden und im Laufe der Stunde weiterentwickelt werden.
Die Ergebnisse der zweiten Phase werden zunächst in Partnerarbeit erarbeitet. Dabei setzen sich die Schüler_innen mit verschiedenen Quellentypen (Statistik, Sachtext etc.) auseinander. Die Sicherung erfolgt wiederum schriftlich und ggf. durch Ergänzungen der OH-Folie und des Tafelbildes.
Die Ergebnisse der dritten Phase werden durch die Video-Rezeption, Textmarkierungen und wiederum Notizen zu ersten Impressionen erarbeitet.

Arbeitsaufträge:

Erarbeitung I: Weiblichkeit und Männlichkeit der 50er/60er Jahre in der BRD (Werbevideo)

  1. Sieh dir das Werbevideo aus den 1950ern an! Welches Bild von Weiblichkeit wird durch diese Werbung vermittelt? Notiere deine Gedanken stichpunktartig.
  2. Vergleiche dieses Bild von Weiblichkeit mit dem Konzept von Weiblichkeit der Arbeitsmigrantin, das im Baustein „Gastarbeiter_INNEN“ erarbeitet wurde. Notiere dir die gesammelten Ergebnisse.

    Bild von Weiblichkeit aus der Werbung Bild von Weiblichkeit der Arbeitsmigrantin

     

     

     

  3. Erkläre folgenden Ansatz von Elisabeth Beck-Gernstein! Notiere dir dazu Stichpunkte.

    „Die berufliche Arbeit bringt unmittelbar nichts anderes als Geld, […] erst dessen aktive Umsetzung in Konsumgüter […] sichert die Bereitstellung und Erneuerung der primären Existenzmittel (Nahrung, Kleidung, Wohnung)[…]. Voraussetzung und Bedingung der beruflich organisierten Arbeit“ ist somit die Hausfrau.

    (Quelle: Beck-Gernsheim, Elisabeth: Der geschlechtsspezifische Arbeitsmarkt, Zur Ideologie und Realität von Frauenberufen, Frankfurt am Main/ New York 1981, S. 35.)

  4. Was glaubst du, wie viel Prozent der Frauen sind 1960 erwerbstätig gewesen? Ergänze später die Angabe aus der Statistik (Q!

    Ich glaube, dass ______ % der Frauen 1960 erwerbstätig waren.
    Tatsächlich sind _____% der Frauen 1960 erwerbstätig gewesen.

Erarbeitung II

Das Bild von Weiblichkeit in den 1950er/ 60er Jahren (Partnerarbeit – Q6-Q9)

  1. Nenne Gründe, die es für eine Frau gab erwerbstätig zu sein. Welche Voraussetzung musste sie dafür erfüllen?
  2. Welche gesellschaftliche Stellung hatten arbeitende und/oder alleinstehende Frauen?
  3. Welche Berufe und beruflichen Positionen waren „frauentypisch“? Warum glaubst du waren genau diese Berufe überdurchschnittlich von Frauen besetzt?

Erarbeitung III

Sieh dir das Musikvideo zu „Ich will ´nen Cowboy als Mann“ von der Sängerin Gitte an und lies dir dazu den Songtext (Q10) durch.

  1. Unterstreiche dabei Passagen, die Rückschlüsse auf das Bild von Männlichkeit in den 50er/ 60er Jahren geben. Beziehe dabei auch die Aussagen der Eltern mit ein.
  2. Welchen Ansprüchen musste ein Mann gerecht werden und welches Bild von Männlichkeit erschließt sich daraus?

Auswertung

Bei der Auswertung der Phasen sollte stets auf die verschiedenen Quellengattungen eingegangen und alle in den Vergleich einbezogen werden. Im ersten Schritt sollte das Bild/Ideal von Weiblichkeit dabei explizit verdeutlicht und angesprochen werden. Dazu kann auch stets der Vergleich zum Weiblichkeitsbild der Arbeitsmigrant_innen aus dem Baustein Gastarbeiter_INNEN genutzt werden. Sowohl das Bild der „Hausfrau“ als auch der „arbeitenden Frau“ soll demnach präsent sein. Die Schüler_innen ergänzen bei der Auswertung des Musikvideos Notizen zu den passenden Textstellen. Das Bild von Männlichkeit sollte nicht nur anhand der Aussagen des lyrischen Ichs, sondern auch deren/dessen Eltern mit einbezogen werden. Auch hier kann ein Vergleich zum Bild von Männlichkeit der Arbeitsmigrant_innen aus dem Baustein Gastarbeiter_INNEN die Inhalte vertiefend darstellen.