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Unterricht Die Gesellschaft, meine Familie und ich – Was bedeutet eigentlich Familie?

Das Konzept "Familie" als Audruck gesellschaftlicher Normierung in Gegenwart und Mittelalter.

Hinsichtlich fehlender historischer Quellen, handelt es bei der ersten Unterrichtseinheit nicht um eine Geschichtsstunde im klassischen Sinne. Der Fokus bezieht sich primär auf das Aufzeigen und das Vermitteln von verschiedenen Familienbildern und dient als thematische Sensibilisierung. Zu diesem Zweck werden die bestehenden Schüler_innenvorstellungen von Familienkonzepten in der Gegenwart erfragt, sowie auf normsetzende Einflüsse aus Gesellschaft und Staat hin untersucht. Die Schüler_innen werden durch diese Einstiegsphase dazu befähigt, ihr persönliches Konzept von Familie zu reflektieren und sich darüber hinaus bewusst zu werden, wie sie und andere das Konzept „Familie“ rezipieren.

Anhand des fiktiven Stammbaums aus Hartmann von Aues „Gregorius. Der gute Sünder“ aus dem 12. Jh., werden die Schüler_innen mit dem vermeintlichen Sonderfall „Blutschande“ aus einer mittelalterlichen Erzählung konfrontiert. Dadurch werden die Schüler_innen in die Lage versetzt, ihre gegenwärtigen Familienkonzepte mit dem mittelalterlichen Bild von Blutschande zu vergleichen.

  • M1 - Beispielhafter Familienstambaum
    Beispielhafter Familienstambaum
  • M2 - Systematisierungsschema für unterschiedliche Familienkonzepte
    Systematisierungsschema für unterschiedliche Familienkonzepte
  • M2 - Systematisierungsschema für unterschiedliche Familienkonzep (mögliche Lösung)
    Systematisierungsschema für unterschiedliche Familienkonzep (mögliche Lösung)
  • M3 - Der Stammbaum des Gregorius nach der Überlieferung von Hartmann von Aue (12.Jh.)
    Der Stammbaum des Gregorius nach der Überlieferung von Hartmann von Aue (12.Jh.)
  • M4 - Meinungslinie
    Meinungslinie

Didaktische Anmerkung:

Die vorliegenden vier Unterrichtseinheiten bilden eine in sich geschlossene Unterrichtsreihe, deren Einstieg mit dem Thema „Die Gesellschaft, meine Familie und ich – Was bedeutet eigentlich Familie?“ beginnt. Angesichts der kompetenzorientierten Unterrichtsplanung, ist eine Durchführung einzelner Unterrichtseinheiten außerhalb der gesamten Reihe möglich. Ein Anspruch auf inhaltliche Vollständigkeit besteht jedoch nicht mehr.

Einstieg:

Zu Beginn der Stunde werden  die Schüler_innen aufgefordert, einen Stammbaum ihrer Familie zu erstellen (ggf. müsste das Konzept des Stammbaums kurz erklärt werden, hierfür könnte das beigefügte Schema M1 genutzt werden). Anschließend werden die Stammbäume zu einem gallerywalk angeordnet, so dass die Schüler_innen die Ergebnisse betrachten und sie sich gegenseitig erläutern (Alternative: es genügt, wenn im Plenum einige Stammbäume vorgestellt werden). Hierbei ist es wichtig die Schüler_innen darauf aufmerksam zu machen, dass sie den anderen Entwürfen mit Respekt und Toleranz begegnen sollen.

Arbeitsauftrag:
Bitte erstellt einen Stammbaum eurer Familie.

Erarbeitung:

Um das Thema Was bedeutet eigentlich Familie? zu erarbeiten, bietet es sich an, eine Mindmap (M 2) zum Konzept Familie anzufertigen. Diese kann als Arbeitsblatt, als Tafelbild oder am Beamer/Smartboard/Overhead den Schüler_innen schematisch vorgegeben oder von ihnen frei angefertigt werden. Eine schematische Vorgabe bietet sich jedoch an, um eine Vergleichbarkeit der einzelnen Mindmaps zu gewährleisten. Durch diesen Arbeitsschritt werden die Schüler_innen dazu aufgefordert, über das ihnen selbstverständlich erscheinende "Konzept-Familie" nachzudenken und ihre eigenen Familiebilder zu reflektieren. Beiträge, die auf einer heteronormativen Vorstellung von Familie basieren, in der die zweigeschlechtliche, sexuelle Orientierung sich ausschließlich auf die Mutter-Vater-Beziehung konzentriert, werden dabei die Regel sein.

Arbeitsauftrag:
Erstellt eine Mindmap zum "Konzept-Familie". Berücksichtigt dabei die Kriterien auf M 2.

Auswertung:

Die Ergebnisse dieses Arbeitsschritts sollten im Unterrichtsgespräch (UG) zusammengetragen und diskutiert werden, so dass möglichst viele verschiedene Ergebnisse zur Geltung kommen.

Arbeitsauftrag:
Bitte schaut euch die Mindmap an und erstellt eure eigene. Stellt eure Ergebnisse im Plenum vor.

Anschließend werden die Schüler_innen durch einen inzestuösen Stammbaum (M 3) "verunsichert". Dieser kann mit Beamer/Smartboard/ Overhead an die Tafel projiziert werden.

Sicherung:

Diskussionsfrage:
Bildet dieser Stammbaum eine mögliche Familie ab?

Die Schüler_innen werden aufgefordert, ihre intuitiven Vorausurteile in der Meinungslinie (M 4) zu verorten. Diese Vorausurteile können am Ende der Unterrichtsreihe (siehe Baustein 4 Verbotene Liebe im Mittelalter und verbotene Liebe heute – akzeptiert oder verurteilt?) erneut aufgegriffen werden, um die Schüler_innen nach Abschluss der Thematik zum Reflektieren ihres Lernprozesses über das heteronormativ geprägte "Konzept-Familie" anzuregen.


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Unterricht Die Gesellschaft, meine Familie und ich – Was bedeutet eigentlich Familie?
Abstract

Das Konzept "Familie" als Audruck gesellschaftlicher Normierung in Gegenwart und Mittelalter.

Hintergrund

Hinsichtlich fehlender historischer Quellen, handelt es bei der ersten Unterrichtseinheit nicht um eine Geschichtsstunde im klassischen Sinne. Der Fokus bezieht sich primär auf das Aufzeigen und das Vermitteln von verschiedenen Familienbildern und dient als thematische Sensibilisierung. Zu diesem Zweck werden die bestehenden Schüler_innenvorstellungen von Familienkonzepten in der Gegenwart erfragt, sowie auf normsetzende Einflüsse aus Gesellschaft und Staat hin untersucht. Die Schüler_innen werden durch diese Einstiegsphase dazu befähigt, ihr persönliches Konzept von Familie zu reflektieren und sich darüber hinaus bewusst zu werden, wie sie und andere das Konzept „Familie“ rezipieren.

Anhand des fiktiven Stammbaums aus Hartmann von Aues „Gregorius. Der gute Sünder“ aus dem 12. Jh., werden die Schüler_innen mit dem vermeintlichen Sonderfall „Blutschande“ aus einer mittelalterlichen Erzählung konfrontiert. Dadurch werden die Schüler_innen in die Lage versetzt, ihre gegenwärtigen Familienkonzepte mit dem mittelalterlichen Bild von Blutschande zu vergleichen.

Quellen / Material
  • M1 - Beispielhafter Familienstambaum
    Beispielhafter Familienstambaum
  • M2 - Systematisierungsschema für unterschiedliche Familienkonzepte
    Systematisierungsschema für unterschiedliche Familienkonzepte
  • M2 - Systematisierungsschema für unterschiedliche Familienkonzep (mögliche Lösung)
    Systematisierungsschema für unterschiedliche Familienkonzep (mögliche Lösung)
  • M3 - Der Stammbaum des Gregorius nach der Überlieferung von Hartmann von Aue (12.Jh.)
    Der Stammbaum des Gregorius nach der Überlieferung von Hartmann von Aue (12.Jh.)
  • M4 - Meinungslinie
    Meinungslinie
Arbeitsaufträge

Didaktische Anmerkung:

Die vorliegenden vier Unterrichtseinheiten bilden eine in sich geschlossene Unterrichtsreihe, deren Einstieg mit dem Thema „Die Gesellschaft, meine Familie und ich – Was bedeutet eigentlich Familie?“ beginnt. Angesichts der kompetenzorientierten Unterrichtsplanung, ist eine Durchführung einzelner Unterrichtseinheiten außerhalb der gesamten Reihe möglich. Ein Anspruch auf inhaltliche Vollständigkeit besteht jedoch nicht mehr.

Einstieg:

Zu Beginn der Stunde werden  die Schüler_innen aufgefordert, einen Stammbaum ihrer Familie zu erstellen (ggf. müsste das Konzept des Stammbaums kurz erklärt werden, hierfür könnte das beigefügte Schema M1 genutzt werden). Anschließend werden die Stammbäume zu einem gallerywalk angeordnet, so dass die Schüler_innen die Ergebnisse betrachten und sie sich gegenseitig erläutern (Alternative: es genügt, wenn im Plenum einige Stammbäume vorgestellt werden). Hierbei ist es wichtig die Schüler_innen darauf aufmerksam zu machen, dass sie den anderen Entwürfen mit Respekt und Toleranz begegnen sollen.

Arbeitsauftrag:
Bitte erstellt einen Stammbaum eurer Familie.

Erarbeitung:

Um das Thema Was bedeutet eigentlich Familie? zu erarbeiten, bietet es sich an, eine Mindmap (M 2) zum Konzept Familie anzufertigen. Diese kann als Arbeitsblatt, als Tafelbild oder am Beamer/Smartboard/Overhead den Schüler_innen schematisch vorgegeben oder von ihnen frei angefertigt werden. Eine schematische Vorgabe bietet sich jedoch an, um eine Vergleichbarkeit der einzelnen Mindmaps zu gewährleisten. Durch diesen Arbeitsschritt werden die Schüler_innen dazu aufgefordert, über das ihnen selbstverständlich erscheinende "Konzept-Familie" nachzudenken und ihre eigenen Familiebilder zu reflektieren. Beiträge, die auf einer heteronormativen Vorstellung von Familie basieren, in der die zweigeschlechtliche, sexuelle Orientierung sich ausschließlich auf die Mutter-Vater-Beziehung konzentriert, werden dabei die Regel sein.

Arbeitsauftrag:
Erstellt eine Mindmap zum "Konzept-Familie". Berücksichtigt dabei die Kriterien auf M 2.

Auswertung:

Die Ergebnisse dieses Arbeitsschritts sollten im Unterrichtsgespräch (UG) zusammengetragen und diskutiert werden, so dass möglichst viele verschiedene Ergebnisse zur Geltung kommen.

Arbeitsauftrag:
Bitte schaut euch die Mindmap an und erstellt eure eigene. Stellt eure Ergebnisse im Plenum vor.

Anschließend werden die Schüler_innen durch einen inzestuösen Stammbaum (M 3) "verunsichert". Dieser kann mit Beamer/Smartboard/ Overhead an die Tafel projiziert werden.

Sicherung:

Diskussionsfrage:
Bildet dieser Stammbaum eine mögliche Familie ab?

Die Schüler_innen werden aufgefordert, ihre intuitiven Vorausurteile in der Meinungslinie (M 4) zu verorten. Diese Vorausurteile können am Ende der Unterrichtsreihe (siehe Baustein 4 Verbotene Liebe im Mittelalter und verbotene Liebe heute – akzeptiert oder verurteilt?) erneut aufgegriffen werden, um die Schüler_innen nach Abschluss der Thematik zum Reflektieren ihres Lernprozesses über das heteronormativ geprägte "Konzept-Familie" anzuregen.