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Unterricht Geschichte der Empfängnisverhütung - Wozu?

In diesem Baustein wird die Basis für die Unterrichtsreihe über Geburtenkontrolle, Empfängnisverhütung, Sexualität und Moral gelegt. 

Neben der Klärung von Begriffen werden erste Zuordnungen vorgenommen, die die historische Dimension der Unterrichtsreihe verdeutlichen sollen. Diese Unterrichtstunde steht am Beginn der Unterrichtsreihe und die Schüler_innen sollen in ihrem Verlauf die Grundlagen und Kategorien des Themenkomplexes Empfängnisverhütung kennen lernen sowie zueinander in Beziehung setzten. Die zunächst in Einzelarbeit stattfindende Kategorisierung von Begrifflichkeiten ermöglicht den Schüler_innen die Prüfung ihres bereits vorhandenen Wissens.

M1 Karten
 
Magnus Hirschfeld chemische Methoden
Frauenbewegung Mutter
natürliche Methoden Geschlecht
Margaret Sanger „Neue Frau“
Selbstbestimmung hormonelle Methoden
Oswald Kolle Schwangerschaftsabbruch
Sexualmoral chirurgische Methoden
§ 218 die "Pille"

 

Erarbeitung:
Die Unterrichtstunde wird mit der Nennung des Themas der Unterrichtsreihe eröffnet. Hierbei wird das Thema Empfängnisverhütung nicht näher benannt. Daran anschließend werden die Karten (M1) mit den Institutionen, Personen und Methoden zur Empfängnisverhütung an die Schüler_innen verteilt und die Aufgabenstellung erläutert: Bringt die Karten in einen für euch schlüssigen Zusammenhang. Ihr könnt die Begriffe beispielsweise chronologisch oder nach Kategorien ordnen. Die Bearbeitung der Aufgabe erfolgt in Stillarbeit, da die Hemmschwelle für den Einzelnen niedrig angesetzt sein soll, um jedem den Zugang zu ermöglichen.

Auswertung:
Die Schüler_innen stellen ihre Kategorien beziehungsweise ihre Systematik vor. Die Lehrkraft bringt dabei die Karten (M1) auf dem OH-Projekt in die entsprechende Reihenfolge. Durch die Diskussion über die verschiedenen Begriffe soll der Zugang zu den unterschiedlichen Unterrichtsgegenständen dieser Unterrichtsreihe ermöglicht werden. Die Schüler_innen sollen erkennen, welche komplexen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Teilbereichen bestehen. Um Unschärfen in der Bezeichnung von empfängnisverhütenden Mitteln, Schwangerschaftsabbruch, Sexualität und Geschlecht zu vermeiden bzw. eine neutrale Benennung zu ermöglichen, bekommen die Schüler_innen einen Arbeitsblatt (M2) mit Definitionen ausgehändigt, das zusammen mit der Lehrkraft durchgegangen und besprochen wird.


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Unterricht Geschichte der Empfängnisverhütung - Wozu?
Abstract

In diesem Baustein wird die Basis für die Unterrichtsreihe über Geburtenkontrolle, Empfängnisverhütung, Sexualität und Moral gelegt. 

Hintergrund

Neben der Klärung von Begriffen werden erste Zuordnungen vorgenommen, die die historische Dimension der Unterrichtsreihe verdeutlichen sollen. Diese Unterrichtstunde steht am Beginn der Unterrichtsreihe und die Schüler_innen sollen in ihrem Verlauf die Grundlagen und Kategorien des Themenkomplexes Empfängnisverhütung kennen lernen sowie zueinander in Beziehung setzten. Die zunächst in Einzelarbeit stattfindende Kategorisierung von Begrifflichkeiten ermöglicht den Schüler_innen die Prüfung ihres bereits vorhandenen Wissens.

Quellen / Material
  • M1 Karten
     
    Magnus Hirschfeld chemische Methoden
    Frauenbewegung Mutter
    natürliche Methoden Geschlecht
    Margaret Sanger „Neue Frau“
    Selbstbestimmung hormonelle Methoden
    Oswald Kolle Schwangerschaftsabbruch
    Sexualmoral chirurgische Methoden
    § 218 die "Pille"

     

  • M2 Begriffserklärung

    Empfängnisverhütung (EV)
    Unter EV werden unterschiedliche Methoden verstanden, die trotz der Ausübung des Geschlechtsverkehrs zwischen Mann und Frau nicht zur Empfängnis und zur Schwangerschaft der Frau führen.

    Margarete Sanger (1879- 1966)
    war eine US-amerikanische Krankenschwestern, die sich für die Geburtenkontrolle einsetzte. Sie gründete die American Birth Control League, eine Vorläuferin der Beratungsstelle Pro Famila.

    Magnus Hirschfeld (1868- 1935)
    war ein deutscher Arzt, Sexualforscher und Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung. Er gründete die weltweit erste Einrichtung für Sexualforschung - das Institut für Sexualwissenschaft.

    Oswalt Kolle (1928- 2010)
    war u.a. ein deutschstämmiger Filmproduzent, der insbesondere im deutschsprachigen Raum durch seine Filme über die sexuelle Aufklärung bekannt wurde.

    mechanische Methoden
    beruhen darauf, dass das Eintreten von Spermien in die Gebärmutter verhindert wird und somit keine Spermien die befruchtungsfähige Eizelle erreichen. Beispiele: Kondom, Diaphragmar, Portiokappe.

    chirurgische Methoden
    Hierunter werden die Sterilisation der Frau und des  Mannes, auch Vasektomie genannt, eingeordnet.

    hormonelle Methoden
    Hierunter werden Mittel verstanden, die durch Hormone eine empfängnisverhütende Wirkung entfalten. Beispiele: Minipille, Vaginalring, Hormonspirale, Pille danach.

    natürliche Methoden
    orientieren sich am Menstruationszyklus der Frau, indem die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau bestimmt werden. Beispiele: Temperatur- Methode, Knaus- Ogino, Coitus interruptus.

    Schwangerschaftsabbruch
    die absichtliche vorzeitige Beendigung einer unerwünschten oder die Gesundheit der Frau gefährdenden Schwangerschaft. Der Abbruch war bis in die Neuzeit eine gängige Verhütungsmethode.

    „Neue Frau“
    Frauenbild, das sich seit den 1910er Jahren in der Weimarer Republik vom konservativen Frauenbild abgrenzt.

    Mutter
    hier: das von den Nationalsozialisten gewünschte Selbstverständnis der Frauen, sich auf das Gebären und Aufziehen der Kinder zu konzentrieren und eine gute Ehefrau zu sein.

    Frauenbewegung
    ist eine globale, soziale Bewegung, die sich für die Gleichberechtigung von Frauen in Staat und Gesellschaft einsetzt. Hier: Bewegung, die sich aus dem Umfeld der Studentenbewegung der 1970er heraus in Deutschland entwickelt hat.

    Sexualmoral
    beschäftigt sich mit dem Geschlechtsverhalten von Menschen. Die Beurteilung ist abhängig von sozialen Normen und Wertvorstellungen, der Gesellschaft und Epoche. In der Neuzeit bestehen zahlreiche nebeneinander existierende Wertvorstellungen gegenüber der menschlichen Sexualität.

    Geschlecht
    wird in genetisches und biologisches Geschlecht unterschieden und umfasst mit der Kategorie Gender auch die Geschlechtszugehörigkeit.

Arbeitsaufträge

Erarbeitung:
Die Unterrichtstunde wird mit der Nennung des Themas der Unterrichtsreihe eröffnet. Hierbei wird das Thema Empfängnisverhütung nicht näher benannt. Daran anschließend werden die Karten (M1) mit den Institutionen, Personen und Methoden zur Empfängnisverhütung an die Schüler_innen verteilt und die Aufgabenstellung erläutert: Bringt die Karten in einen für euch schlüssigen Zusammenhang. Ihr könnt die Begriffe beispielsweise chronologisch oder nach Kategorien ordnen. Die Bearbeitung der Aufgabe erfolgt in Stillarbeit, da die Hemmschwelle für den Einzelnen niedrig angesetzt sein soll, um jedem den Zugang zu ermöglichen.

Auswertung:
Die Schüler_innen stellen ihre Kategorien beziehungsweise ihre Systematik vor. Die Lehrkraft bringt dabei die Karten (M1) auf dem OH-Projekt in die entsprechende Reihenfolge. Durch die Diskussion über die verschiedenen Begriffe soll der Zugang zu den unterschiedlichen Unterrichtsgegenständen dieser Unterrichtsreihe ermöglicht werden. Die Schüler_innen sollen erkennen, welche komplexen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Teilbereichen bestehen. Um Unschärfen in der Bezeichnung von empfängnisverhütenden Mitteln, Schwangerschaftsabbruch, Sexualität und Geschlecht zu vermeiden bzw. eine neutrale Benennung zu ermöglichen, bekommen die Schüler_innen einen Arbeitsblatt (M2) mit Definitionen ausgehändigt, das zusammen mit der Lehrkraft durchgegangen und besprochen wird.