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Unterricht
Lesbische Emanzipation im historischen Wandel

Im Zentrum steht die Beschreibung von Lesbischer Emanzipation im historischen Wandel.

Folgt.

[M6] Flugblatt des Frankfurter Weiberrats, November 1968.

Wir machen das maul nicht auf!

Wenn wir es doch aufmachen, kommt nicht raus!

Wenn wir es auflassen, wird es uns gestopft: mit kleinbürgerlichen schwänzen, sozialistischem bumszwang, sozialistischen kindern, liebe, sozialistischer geworfenheit, schwulst, sozialistischer potenter geilheit, sozialistischem intellektuellen pathos, sozialistischer lebenshilfen, revolutionärem gefummel, sexualrevolutionären argumenten, gesamtgesellschaftlichem orgasmus, sozialistischem emanzipationsgeseich     GELABER!

Wenn´s uns mal hochkommt, folgt: sozialistisches schulterklopfen, väterliche betulichkeit: dann werden wir ernst genommen, dann sind wir wundersam, erstaunlich wir werden gelobt, dann dürfen wir an den stammtisch, dann sind wir identisch: dann tippen wir, verteilen wir flugblätter, malen wandzeitungen, lecken briefmarken: wir werden theoretisch angeturnt!

Kotzen wir´s aus: sind wir penisneidisch, frustriert, hysterisch, verklemmt, asexuell, lesbisch, frigid, zukurzgekommen, irrational penisneidisch, lustfeindlich, hart, viril, spitzig, zickig, wir kompensieren, wir überkompensieren, sind penisneidisch, penisneidisch, penisneidisch, penisneidisch.

Frauen sind   a n d e r s !

BEFREIT DIE SOZIALISTISCHEN EMINENZEN VON IHREN BÜRGERLICHEN SCHWÄNZEN !

Der oben bereitgestellte Abstract kann von dem_der Lehrer_in als kurzes Impulsreferat zur thematischen Einführung verwendet werden. Ebenso bietet es sich an, den Abstract als kurzen Infotext den Schüler_innen während der Erarbeitung bereitzustellen.

Die SuS sollen nun den Liedtext aus der ersten Stunde mit dem Flugblatt von 1968 vergleichen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen.
Sie sollen daran feststellen, welche Entwicklung die lesbische Emanzipation durch die Jahrzehnte gemacht hat bzw. wie sie sich geändert hat und welche Gemeinsamkeiten es gibt.
   
Die von den SuS geannten Stichworte werden zunächst kommentarlos auf der Tafel gesammelt.

Die Auswertung erfolgt anschließend in einem geleiteten Unterrichtsgespräch. Bei dem deutlich wird, dass sowohl Quelle M1 als auch M6 die Befreiung aus der Männerherrschaft fordern.

Im Anschluss sollen die SuS durch die Verfassung eines Briefes die Ergebnisse der Unterrichtsreihe in eine historische Narration bringen.

1. Ihr habt alle Quellen durchgearbeitet. Wir werden nun das Thema mit einem imaginativen Auftrag abschließen.
Stellt euch dazu vor, ihr seid eine der Autorinnen / Performerinnen (Claire Waldoff, Jill Johnston, eine Aktivistin der HAW oder des Frankfurter Weiberrats). Ihr schreibt einen Brief an eine euch bekannte Person, in dem ihr euer Wirken beschreibt und der die gesellschaftlichen / politischen Umstände, an denen euer Wirken gebunden beinhaltet.
Hinweis: Achtet besonders auf die besprochenen in den letzten Stunden besprochenen Diskurse (z.B. Welche gesellschaftlichen Vorurteile begegnen euch als Aktivistin? Wie äußert, zeigt ihr eure Identität nach außen?)

Durch das Verfassen des Briefes reflektieren die SuS über den Fakt, dass lesbische Homosexualität nicht anerkannt war. Sie eignen sich die besprochenen Identitäten der jeweiligen Zeit an. Ihr Wunsch nach Emanzipation und Befreiung aus der ‚Subkultur‘ muss deutlich werden.


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Unterricht
Lesbische Emanzipation im historischen Wandel
Abstract

Im Zentrum steht die Beschreibung von Lesbischer Emanzipation im historischen Wandel.

Hintergrund

Folgt.

Quellen / Material
  • [M6] Flugblatt des Frankfurter Weiberrats, November 1968.

    Wir machen das maul nicht auf!

    Wenn wir es doch aufmachen, kommt nicht raus!

    Wenn wir es auflassen, wird es uns gestopft: mit kleinbürgerlichen schwänzen, sozialistischem bumszwang, sozialistischen kindern, liebe, sozialistischer geworfenheit, schwulst, sozialistischer potenter geilheit, sozialistischem intellektuellen pathos, sozialistischer lebenshilfen, revolutionärem gefummel, sexualrevolutionären argumenten, gesamtgesellschaftlichem orgasmus, sozialistischem emanzipationsgeseich     GELABER!

    Wenn´s uns mal hochkommt, folgt: sozialistisches schulterklopfen, väterliche betulichkeit: dann werden wir ernst genommen, dann sind wir wundersam, erstaunlich wir werden gelobt, dann dürfen wir an den stammtisch, dann sind wir identisch: dann tippen wir, verteilen wir flugblätter, malen wandzeitungen, lecken briefmarken: wir werden theoretisch angeturnt!

    Kotzen wir´s aus: sind wir penisneidisch, frustriert, hysterisch, verklemmt, asexuell, lesbisch, frigid, zukurzgekommen, irrational penisneidisch, lustfeindlich, hart, viril, spitzig, zickig, wir kompensieren, wir überkompensieren, sind penisneidisch, penisneidisch, penisneidisch, penisneidisch.

    Frauen sind   a n d e r s !

    BEFREIT DIE SOZIALISTISCHEN EMINENZEN VON IHREN BÜRGERLICHEN SCHWÄNZEN !

Arbeitsaufträge

Der oben bereitgestellte Abstract kann von dem_der Lehrer_in als kurzes Impulsreferat zur thematischen Einführung verwendet werden. Ebenso bietet es sich an, den Abstract als kurzen Infotext den Schüler_innen während der Erarbeitung bereitzustellen.

Die SuS sollen nun den Liedtext aus der ersten Stunde mit dem Flugblatt von 1968 vergleichen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen.
Sie sollen daran feststellen, welche Entwicklung die lesbische Emanzipation durch die Jahrzehnte gemacht hat bzw. wie sie sich geändert hat und welche Gemeinsamkeiten es gibt.
   
Die von den SuS geannten Stichworte werden zunächst kommentarlos auf der Tafel gesammelt.

Die Auswertung erfolgt anschließend in einem geleiteten Unterrichtsgespräch. Bei dem deutlich wird, dass sowohl Quelle M1 als auch M6 die Befreiung aus der Männerherrschaft fordern.

Im Anschluss sollen die SuS durch die Verfassung eines Briefes die Ergebnisse der Unterrichtsreihe in eine historische Narration bringen.

1. Ihr habt alle Quellen durchgearbeitet. Wir werden nun das Thema mit einem imaginativen Auftrag abschließen.
Stellt euch dazu vor, ihr seid eine der Autorinnen / Performerinnen (Claire Waldoff, Jill Johnston, eine Aktivistin der HAW oder des Frankfurter Weiberrats). Ihr schreibt einen Brief an eine euch bekannte Person, in dem ihr euer Wirken beschreibt und der die gesellschaftlichen / politischen Umstände, an denen euer Wirken gebunden beinhaltet.
Hinweis: Achtet besonders auf die besprochenen in den letzten Stunden besprochenen Diskurse (z.B. Welche gesellschaftlichen Vorurteile begegnen euch als Aktivistin? Wie äußert, zeigt ihr eure Identität nach außen?)

Durch das Verfassen des Briefes reflektieren die SuS über den Fakt, dass lesbische Homosexualität nicht anerkannt war. Sie eignen sich die besprochenen Identitäten der jeweiligen Zeit an. Ihr Wunsch nach Emanzipation und Befreiung aus der ‚Subkultur‘ muss deutlich werden.