Hidden from normal

Zur Jahrhundertwende wird Empfängnisverhütung zu einem gesellschaftlichen Thema.

Zur Jahrhundertwende wird Empfängnisverhütung zu einem gesellschaftlichen Thema. Einerseits gab es Emanzipationsbewegungen, den Wunsch nach freier Entfaltung und somit auch selbstbestimmter Lebensplanung. Andererseits herrschten noch alte Moralvorstellungen und die nationalistische Furcht vor dem aussterben des deutschen Volks vor dem Hintergrund rapide sinkender Geburtenzahlen.

  • Q9: Umschlag von „Die Frau als Hausärztin“  (1911)

Q10: Die Frau als Hausärztin. Kapitel 7: Das Geschlechtsleben

„Ein Buch über Gesundheitspflege und Heilkunde wäre ein lückenhaftes, wenn nicht alle Verhältnisse, die auf das Geschlechtsleben Bezug haben, darin erklärende Besprechung fänden. Wir waren bemüht, unser Buch so frei als möglich von Abhandlungen über Geschlechtliches zu halten und die unentbehrlichen Kapitel so viel, als zulässig erschien, zusammenzudrängen. Ein krankhaftes sexuelles Leben beherrscht so wie so unsere Zeit in bedauerlichstem Grade; das allgemeine Interesse ist ein viel zu reges dafür, die Verwirrung der Ansichten über die natürlichen Verhältnisse nimmt immer mehr zu, nicht minder die körperliche Widerstandslosigkeit des weiblichen Geschlechts, von dessen Kraft und Sittenreinheit die Gesundheit der Nachkommenschaft und das Familienglück zum großen Teile abhängig sind; wahrlich Grund genug, um rücksichtslos traurige Zustände unserer Zeit zu beleuchten und unermüdlich für Besserung, in Form von Aufklärung und bewusster Gesundheitspflege, zu wirken.“
[…]

[Fischer-Dückelmann, Anna: Die Frau als Hausärztin. Ein ärztliches Nachschlagewerk für die Frau. Band 3, 3. Aufl. Süddeutsches Verlags-Institut. Stuttgart 1911. S. 223.]

Erarbeitung 1:
Als erstes sollen die Schüler_innen anhand des Frauenratgebers ein Gefühl für die hier dargestellten historischen Vorstellungen über Geschlechterrollen und Sexualität sowie den Umbruch dieser bekommen.
Die Wissensaneignung soll im Unterrichtsgespräch erfolgen. Die Quellen mit den dazugehörigen Arbeitsaufträgen sollen dabei unterstützen.
Mögliche Arbeitsaufträge:

  • zu Q9: Was sehen Sie auf dem Bild. Welche Aufgaben der Frau werden dargestellt?
  • zu Q10: Warum schreibt die Autorin über Sexualfragen? Worin, glauben Sie, sieht die Autorin die Probleme? Was meint die Autorin mit „Widerstandslosigkeit des weiblichen Geschlechts?“
  • zu Q11: Wie steht die Autorin zu Empfängnisverhütung? Welche Gründe rechtfertigen für sie Empfängnisverhütung? Wie werden Weiblichkeit und Männlichkeit dargestellt?

Erarbeitung 2:
Als nächster Schritt werden verschiedene Fallbeispiele (Q12) betrachtet. Während des Ersten Weltkriegs hat der Sexualforscher Max Marcuse Soldaten im Lazarett zum Thema Verhütung befragt, weil er dem Phänomen der sinkenden Geburtenzahlen auf den Grund kommen wollte. Die Arbeitsaufträge können auch in Partnerarbeit erledigt werden.
Arbeitsaufträge zu Q12:

  1. Vergleichen Sie die unterschiedlichen Familienplanungen der Soldaten!
  2. Was wissen die Soldaten über Verhütung? Welche Gründe geben sie für Verhütung an? Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Familienplanung?

Erarbeitung 3:
Mithilfe des Sachtextes (M3) und der Quellen (Q10-Q12) sollen die Schüler_innen die wichtigsten Prinzipien des Wandels der Sexualmoral erarbeiten. Die Ergebnisse werden in der Sicherungstabelle (M4) festhalten.


Hidden from mobile

Abstract

Zur Jahrhundertwende wird Empfängnisverhütung zu einem gesellschaftlichen Thema.

Hintergrund

Zur Jahrhundertwende wird Empfängnisverhütung zu einem gesellschaftlichen Thema. Einerseits gab es Emanzipationsbewegungen, den Wunsch nach freier Entfaltung und somit auch selbstbestimmter Lebensplanung. Andererseits herrschten noch alte Moralvorstellungen und die nationalistische Furcht vor dem aussterben des deutschen Volks vor dem Hintergrund rapide sinkender Geburtenzahlen.

Quellen / Material
  • Q9: Umschlag von „Die Frau als Hausärztin“  (1911)
  • Q10: Die Frau als Hausärztin. Kapitel 7: Das Geschlechtsleben

    „Ein Buch über Gesundheitspflege und Heilkunde wäre ein lückenhaftes, wenn nicht alle Verhältnisse, die auf das Geschlechtsleben Bezug haben, darin erklärende Besprechung fänden. Wir waren bemüht, unser Buch so frei als möglich von Abhandlungen über Geschlechtliches zu halten und die unentbehrlichen Kapitel so viel, als zulässig erschien, zusammenzudrängen. Ein krankhaftes sexuelles Leben beherrscht so wie so unsere Zeit in bedauerlichstem Grade; das allgemeine Interesse ist ein viel zu reges dafür, die Verwirrung der Ansichten über die natürlichen Verhältnisse nimmt immer mehr zu, nicht minder die körperliche Widerstandslosigkeit des weiblichen Geschlechts, von dessen Kraft und Sittenreinheit die Gesundheit der Nachkommenschaft und das Familienglück zum großen Teile abhängig sind; wahrlich Grund genug, um rücksichtslos traurige Zustände unserer Zeit zu beleuchten und unermüdlich für Besserung, in Form von Aufklärung und bewusster Gesundheitspflege, zu wirken.“
    […]

    [Fischer-Dückelmann, Anna: Die Frau als Hausärztin. Ein ärztliches Nachschlagewerk für die Frau. Band 3, 3. Aufl. Süddeutsches Verlags-Institut. Stuttgart 1911. S. 223.]

  • Q11: Die Frau als Hausärztin. Zur Empfängnisverhütung

    Bevor die Autorin verschiedene Verhütungsmethoden beschreibt, schickt sie folgende Worte voraus:
    „ […] Wie gesagt, ist die Abstinenz, d.i. Die Enthaltsamkeit, das sicherste Mittel, und wenn bei erregbaren Gatten nicht Selbstbefriedigung eintritt, auch das unschädlichste; aber wie schon erwähnt, ist es häufig unmöglich für junge Menschen und auch bei den Stärksten mit großen seelischen Qualen verbunden.
    Wo bleibt dann das Glück einer aus Liebe geschlossenen Ehe, wo bleibt der Seelenfrieden, der zur Bewältigung anderer Aufgaben des Lebens so unentbehrlich ist?! Und wo bleibt schließlich die Sicherung der schon geborenen Kinder, für die sich pflichttreue Eltern alle Entbehrungen auferlegen, um ihnen eine bessere Erziehung und einige Geldmittel auf den Lebensweg mitgeben zu können, wenn eine schwache Stunde nach vielleicht langer, tapfer ertragener Entbehrung dennoch zu der so sehr gefürchteten Vermehrung der Familie führt-?! In anderen Fällen wieder ist es die Kränklichkeit der Frau, welche durch eine abermalige Geburt vielleicht körperlich schwer geschädigt, ja an den Rand des Grabes gebracht würde, und daher die größte Zurückhaltung im ehelichen Leben gebieterisch fordert.
    Ist der Mann kräftig und lebhaft, so erträgt er neben der geliebten Frau schmerzliche Qualen, die ihn entweder unglücklich machen oder zu einer gewissen Form der Onanie verleiten, - oder schließlich in die Arme anderer Frauen treibt, wo er Befriedigung und Gesundheit findet. Und dann ist das eheliche Glück, das anfangs vielleicht so sicher schien, für alle Zeiten zertrümmert. Die arme Frau aber hat neben ihren körperlichen Leiden auch noch die seelische Qual, ihrer Stellung als Gattin nicht genügen zu können und ihr höchstes Gut, die Treue ihres Mannes, eingebüßt zu haben.
    Sollen wir angesichts solcher Verhältnisse nicht nach einem Ausweg ausschauen, der vielleicht auch nicht ganz einwandfrei ist, aber dennoch geeignet, die Gesundheit des Mannes, das Glück der Ehe zu erhalten, Frau und Kinder aber vor dem gefürchteten Zuwachs zu schützen? […]“

    [Fischer-Dückelmann, Anna: Die Frau als Hausärztin. Ein ärztliches Nachschlagewerk für die Frau. Band 3, 3. Aufl. Süddeutsches Verlags-Institut. Stuttgart 1911. S. 253. Absätze nachträglich eingeführt.]

  • Q12: Patientenbefragungen im Lazarett 1916

    1. 31-jähriger Briefträger, 24-jährige Frau ohne Beruf aus einer Kleinstadt in der Mark. Seit 3 Jahren verheiratet, 1 Kind.
    „Eigentlich sollte das Kind gar nicht kommen. Ich war mit meiner Frau gleich einig geworden, daß das mit dem Kinderkriegen noch Zeit hat. Sie ist überhaupt nicht dafür, und das Gehalt – na, Herr Doktor wissen ja. Und nun bin ich außerdem schon 1½ Jahr eingezogen.“ Nach jedem Koitus hat Frau Spülung gemacht. Patient fragt, ob denn das nicht „hilft“, und ob ein „Ring“, den seine Frau jetzt trägt (auf Verordnung der Hebamme!), nichts schade. „Die nächsten 5 Jahre nach dem Krieg dürfen auf keinen Fall Kinder kommen!“

    2. 27-jähriger Monteur, 28-jährige Verkäuferin aus einer Großstadt in Provinz Preußen. 5 J. Verheiratet, keine Kinder, noch nie Schwangerschaft.
    „Wir sind eine moderne Ehe; da braucht man keine Kinder ... Kinder kann jeder Dumme haben; aber keine Kinder haben, dazu gehört mehr!“ Über die Mittel ist Näheres nicht zu erfahren: „Da gibt’s soviel Mittel.“

    3. 39-jähriger Landwirt, 38-jährige Frau ohne Beruf, katholisch, aus Dorf in Schlesien. 13 J. Verheiratet, 3 Kinder.
    Hat von „Zeit zu Zeit“ Coitus interruptus ausgeübt. Andere Schutzmaßnahmen nie angewandt. Hat bei der Eheschließung die Wirtschaft des Vaters übernommen und lebt sorgenlos; gibt an, daß es auf ein Kind mehr oder weniger nicht angekommen wäre; darum Coitus interruptus nur gelegentlich: „Die Kinder werden in der Landwirtschaft gebraucht und sind besser als fremdes Personal.“ Es sei aber erwünscht, daß die Kinder „im Alter auseinander“ sind, damit die Eltern, wenn die älteren Kinder das Haus verlassen oder heiraten, nicht allein sind und an den jüngeren Kindern eine Stütze haben.

    4. 43-jähriger Heizer, 41 jährige Tabakarbeiterin aus einer Mittelstadt in der Provinz Brandenburg. 10 J. Verheiratet, 3 lebende Kinder (1 vorehelich), 1 Totgeburt.
    Seitens des Mannes keine Schutzmaßnahmen: „Sowas hat man früher nicht gekannt. Jetzt kenne ich das auch nicht … Die Frauen verstehen sich auf sowas eher; sonst hätten wir ja auch noch mehr Kinder haben müssen!“ Näheres über die von der Frau wahrscheinlich angewandten Mittel nicht zu erfahren. Wollen keine Kinder mehr. „Wer soll die denn ernähren?“

    5. 25-jähriger Wagenbauer, 31-jährige Verkäuferin aus Berlin. 1½ J. verheiratet, keine Kinder, nie Schwangerschaft
    Seit Beginn der Ehe Gummipräservativ; gelegentlich in Ermangelung Coitus interruptus. „Wir waren uns von Anfang an einig, daß wir Kinder nicht haben wollen.“ Begründung: „Man lebt doch viel freier ohne Kinder … Wir sind ja noch jung und wollen erst mal noch was vom Leben haben. Später kann man dann vielleicht noch immer mal an ein Kind denken.“

    [Marcuse, Max: Der eheliche Präventivverkehr. Seine Verbreitung, Verursachung und Methodik – dargestellt und beleuchtet an 300 Ehen. Verlag von Ferdinand Enke, 1917.]

  • M3: Sachtext

    Die Neue Sexualmoral
    Helene Stöcker  (1869 – 1943), eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen des Deutschen Reichs, beschrieb schon 1893 „die moderne Frau“. Sie fordert die Frauen dazu auf, sich bewusst für oder gegen eine Mutterschaft zu entscheiden und nach materieller Unabhängigkeit zu streben. Außerdem kritisierte sie, dass in den meisten Beziehungen die Frauen weder sexuell noch gefühlsmäßig gleichberechtigt sind. Oder anders gesagt, forderte sie das Recht auf Freiheit sowie das Recht auf Liebe.
    Mit diesen Forderungen stieß sie nicht nur bei konservativen Männern auf Kritik, sondern galt auch innerhalb der bürgerlichen Frauenbewegung als zu radikal.
    Als während des Ersten Weltkriegs dann viele Männer in den Militärdienst eingezogen wurden, mussten Frauen die entstandenen Leerstellen besetzen, die vorher von Männern dominiert wurden, zum Beispiel in der Rüstungsindustrie.
    Sie mussten die Aufgaben im Haushalt und die Kindererziehung mit der neuen Aufgabe des Geldverdienens verbinden. Dadurch konnten sie aber unabhängiger leben und waren nicht mehr von dem Verdienst des Ehemanns abhängig.
    In der Weimarer Reichsverfassung wurden dann viele Forderungen der Frauenbewegung umgesetzt. So hatten sie jetzt besseren Zugang zu Bildung und das volle Wahlrecht.
    Langsam änderten sich so auch die Geschlechterrollen. Die „neue Frau“ nimmt mehr als in der Vergangenheit am Alltagsleben teil und strebt nach freier Entfaltung. Sie ist bestrebt, finanziell unabhängig zu sein. Das klassische weibliche Rollenbild als Mutter und Hausfrau, das sie bei ihren Eltern kennenlernten, wollten sie überwinden. Sie wollten in der Karriere aufsteigen, politisch aktiv werden oder neue Lebensstile ausprobieren.
    Man erkennt dies gut daran, dass Eheschließungen abnahmen, die Scheidungsrate aber stieg.
    Zeitgleich änderte sich auch die Sexualmoral. War es früher für die Frau selbstverständlich, bis zur Eheschließung keusch zu leben, so gab es nun immer mehr voreheliche Beziehungen. Was für Männer schon normal war, nämlich Sex auch außerhalb der Ehe zu haben, wollten auch viele Frauen.
    Damit einher ging der Wunsch nach sexueller Befriedigung auch der weiblichen Bedürfnisse. Die Neue Frau wollte nicht länger sexuelles Objekt sein, sondern „auf ihre Kosten kommen“.
    Das zentrale Merkmal dieser neuen Sexualmoral ist die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung. Dass Frauen bestimmen wollten, ob, wann und wie viele Kinder sie haben wollen, steht im Gegensatz zur bis dahin geltenden, auf Reproduktion ausgerichteten Sexualmoral.
    Allerdings ist dies eine Entwicklung, die nicht an allen Orten und Schichten gleich verlief. Die neue Sexualmoral war eher ein Phänomen in den Städten innerhalb der wohlhabenderen Schichten.
    Viele wussten gar nichts oder nur wenig von Empfängnisverhütung. Auch eine sexuelle Aufklärung fand längst nicht in allen Haushalten statt. Das Bewerben oder Verbreiten von Verhütungsmitteln war wegen Verbreitung unzüchtiger Gegenstände und Schriften verboten und wurde mit Gefängnis, sowie der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft. Aber auch wer an Verhütungsmittel herankam, hatte das Problem, dass sie oft unbequem und unsicher waren. Die relativ wirkungsvollen Pessare waren teuer und konnten oft nur vom Arzt eingesetzt werden.
    Auch Abtreibungen waren verboten. Viele ungewollt Schwangere fanden keinen Arzt, der das Risiko einging bestraft zu werden. Deshalb ließen sie den Eingriff von Laien durchführen oder machten es selbst. Die Folge waren oft schwere Verletzungen, die die Frauen unfruchtbar machten, verstümmelten oder gar töteten.
    Dieser Zustand wurde von Vielen kritisiert. Zum Beispiel vom Berliner Arzt Magnus Hirschfeld (1868 – 1935). Darum eröffnete er am 06. Juli 1919 das Institut für Sexualwissenschaft. In den folgenden Jahren eröffneten in ganz Deutschland über 400 weitere Sexualberatungsstellen. Allein in Berlin waren es fast 40. Sie richteten sich in erster Linie an Frauen und boten:

    • Sexualaufklärung
    • Informationen über medizinische und psychologische Fragen des Geschlechtlebens
    • Beratung über Empfängnisverhütung und bei ungewollter Schwangerschaft.

    Die Mitarbeitenden zeigten, wie man Pessare einsetzt, gaben teilweise kostenlos Verhütungsmittel weiter oder vermittelten an Ärzt_innen, die bereit waren, Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen.
    Die Sexualberatungsstellen wurden meist von Privatleuten geführt. Es gab aber auch staatliche Eheberatungsstellen. Diese konzentrierten sich auf die Beratung von zukünftigen Ehepaaren und untersuchten, ob diese im Hinblick auf gesunden Nachwuchs zusammenpassten.
    Die freien Sexualberatungsstellen mussten 1933 schließen. Sie wurden teilweise zerstört und ihre Broschüren im Zuge der Bücherverbrennung vernichtet.
    Erst 1952 gründete sich mit Pro Familia wieder eine ähnliche Einrichtung in Deutschland.

  • M4: Tabelle zur Ergebnissicherung

    Die „alte Sexualmoral“   Die „neue Sexualmoral“
     

    Rolle von Frauen im Beruf

     

     
     

    Rolle von Frauen im Haushalt

     

     
     

    Rolle von Männern im Beruf

     

     
     

    Rolle von Männern im Haushalt

     

     
     

    Verhältnis der Frau zu Sexualität und Lust

     

     
     

    Möglichkeiten der Familienplanung und der Geburtenkontrolle

     

     

     

Arbeitsaufträge

Erarbeitung 1:
Als erstes sollen die Schüler_innen anhand des Frauenratgebers ein Gefühl für die hier dargestellten historischen Vorstellungen über Geschlechterrollen und Sexualität sowie den Umbruch dieser bekommen.
Die Wissensaneignung soll im Unterrichtsgespräch erfolgen. Die Quellen mit den dazugehörigen Arbeitsaufträgen sollen dabei unterstützen.
Mögliche Arbeitsaufträge:

  • zu Q9: Was sehen Sie auf dem Bild. Welche Aufgaben der Frau werden dargestellt?
  • zu Q10: Warum schreibt die Autorin über Sexualfragen? Worin, glauben Sie, sieht die Autorin die Probleme? Was meint die Autorin mit „Widerstandslosigkeit des weiblichen Geschlechts?“
  • zu Q11: Wie steht die Autorin zu Empfängnisverhütung? Welche Gründe rechtfertigen für sie Empfängnisverhütung? Wie werden Weiblichkeit und Männlichkeit dargestellt?

Erarbeitung 2:
Als nächster Schritt werden verschiedene Fallbeispiele (Q12) betrachtet. Während des Ersten Weltkriegs hat der Sexualforscher Max Marcuse Soldaten im Lazarett zum Thema Verhütung befragt, weil er dem Phänomen der sinkenden Geburtenzahlen auf den Grund kommen wollte. Die Arbeitsaufträge können auch in Partnerarbeit erledigt werden.
Arbeitsaufträge zu Q12:

  1. Vergleichen Sie die unterschiedlichen Familienplanungen der Soldaten!
  2. Was wissen die Soldaten über Verhütung? Welche Gründe geben sie für Verhütung an? Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Familienplanung?

Erarbeitung 3:
Mithilfe des Sachtextes (M3) und der Quellen (Q10-Q12) sollen die Schüler_innen die wichtigsten Prinzipien des Wandels der Sexualmoral erarbeiten. Die Ergebnisse werden in der Sicherungstabelle (M4) festhalten.