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Josef Meißauer wurde in Bayern in den Jahren vor 1910 wiederholt vor Gericht gestellt, weil diese Person in der Öffentlichkeit in Frauenkleidern auftrat.

Bei der auf den Fotografien unbekannter Provenienz abgebildeten Person handelt es sich um Josef Meißauer. Diese Person wurde in Bayern in den Jahren vor 1910 wiederholt vor Gericht gestellt, weil sie in der Öffentlichkeit in Frauenkleidern auftrat. Um eine dauerhafte Erlaubnis zu erhalten, Frauenkleider tragen zu dürfen, wandte sich die Person an Magnus Hirschfeld, einen Berliner Sexualwissenschaftler, der sich mit Geschlechtsidentitäten befasste. Mit Hilfe eines Gutachtens wollte Hirschfeld den polizeilichen Behörden die Unbedenklichkeit des Verhaltens aufzeigen. Josef Meißauer war Anfang September 1911 einer der ersten, die sich aufgrund der Monografie „Die Transvestiten“ von Magnus Hirschfeld wegen eines solchen Gutachtens an Hirschfeld wandten. Das fertigte dieser gemeinsam mit Iwan Bloch aus. Mit dem Gutachten gelang es dann tatsächlich, für Meißauer jene polizeiliche Legitimation einzuholen.

Didaktische Anmerkung:

Der oben bereitgestellte Abstract kann von der Lehrkraft als kurzes Impulsreferat zur thematischen Einführung verwendet werden. Ebenso bietet es sich an, den Abstract als kurzen Infotext den Schüler_innen während der Erarbeitung bereitzustellen.

  • Q1 - Fotografien von Josef Meißauer (links : nach polizeilicher Genehmigung, rechts: vor polizeilicher Genehmigung)
    Hirschfeld, Magnus & Tilke, Max: Der erotische Verkleidungstrieb (Die Transvestiten), Illustrierter Teil. Berlin 1912, (A. Pulvermacher), Tafel XVIII.

Q 2: Lebensgeschichte Josef Meißauers aus Gutachten von Hirschfeld/Bloch 1912 1

„[...] Er spielte zwar auch mit Knaben, aber viel lieber mit Mädchen, hatte auch große Freude an Puppen, die sogar noch heute besteht, und lernte auf eigenen Wunsch kochen und stricken. Schon als Knabe zog er heimlich Mädchenkleider an, so oft es ihm möglich war und, wenn seine Haare lang genug waren, flocht er sie, worüber er oft verspottet wurde. Die Geschlechtsreife trat zwischen 16 und 18 Jahren ein. Die Stimme wurde tiefer und es stellte sich eine eigenartige Empfindung an den Brustwarzen ein, die heute noch vorhanden ist. Der Geschlechtstrieb war von Anfang an sehr schwachentwickelt, auch der Bartwuchs stellte sich erst mit 25 Jahren ein und ist gering geblieben. Auch die Körperbehaarung entwickelte sich fast gar nicht. Schon damals sagte man allgemein, er mache den Eindruck eines Mädchens, und als er einmal in den zwanziger Jahren Damenkleider anzog und sich darin zeigte, erkannten ihn nicht einmal seine nächsten Verwandten und Bekannten.

Bis heute hat der Patient einen geschlechtlichen Verkehr nicht gehabt, da er niemals einen besonderen Drang dazu verspürte, überhaupt vor geschlechtlicher Berührung, z. B. Anfassen seiner Genitalien beim Urinieren, einen Ekel hat.[...] Jedoch war sein geschlechtliches Empfinden auch niemals auf das männliche Geschlecht gerichtet. Von Kindheit an besteht dieser leidenschaftliche Hang bei ihm, sich als Frau zu kleiden. Er hat immer wieder versucht, diesen Hang zu bekämpfen -namentlich nach den weiter unten zu erwähnenden unangenehmen Erlebnissen und Konflikten-, aber es war vergeblich. Die Folge einer längeren Enthaltsamkeit von der Frauentracht war stets eine schwere geistige Depression. [...] Für die Befriedigung dieser Neigung würde er, wie er sagt, sich entmannen lassen, ja selbst ins Gefängnis gehen, wenn sie anders nicht möglich wäre. Die weibliche Kleidung bot ihm von jeher Ersatz für alles andere.

[...] Nachdem ihn sein unverschuldeter Zustand schon sehr viel Geld gekostet und viel Kummer und Verdruß bereitet, und nachdem er aus Dr. Hirschfelds Buch „Die Transvestiten“ die wahre Natur seines Zustandes erfahren hatte, hat er uns gegenüber den Wunsch ausgesprochen, durch ein von uns erstattetes Gutachten auch vor der zuständigen Behörde den Beweis führen zu können, daß seiner Natur mehr die Frauenkleidung entspricht als die Männertracht, und demgemäß die offizielle Erlaubnis zu erhalten, erstere dauernd zu tragen.“

  • 1. Herrn, Rainer: Schnittmuster des Geschlechts - Transvestismus und Transsexualität in der frühen Sexualwissenschaft, Gutachten von Hirschfeld und Bloch, um Legitimation des Tragens von Frauenkleidung für Joseph Meißauer. Gießen 2005, S. 80.

Erarbeitung & Sicherung:

Auf Basis der Quellenmaterialien aus den Bausteinen 1-3 sollen die Schüler_innen erneut einen Steckbrief von Josef Meißauer erstellen. Hierbei sollen sie zeigen, dass sie sich die vergangene Wirklichkeit der Person produktiv-eigensinnig angeeignet haben, indem sie die Geschichte von Josef Meißauer selbst erzählen.

Arbeitsaufträge:

  1. Erstelle auf Basis der Quellenmaterialien aus den Bausteinen 1-3 (Fotografien und sexualwissenschaftliches Gutachten) erneut einen Steckbrief von Josef Meißauer.
  2. Präsentiere diesen Steckbrief vor der Klasse und erläutere, wo du beim Erstellen des Steckbriefes auf Probleme gestoßen bist.
  3. Vergleicht im Unterrichtsgespräch die Steckbriefe, die ihr im Baustein 1 auf Grundlage der Fotografien, ohne weiteres Wissen über Josef Meißauer, erstellt habt, mit denen die ihr auf Basis des Quellenmaterials erstellt habt. Was stellt ihr fest?

Auswertung:

Im Unterrichtsgespräch reflektieren die Schüler_innen ihre Arbeit an den Steckbriefen. Es soll herausgestellt werden, dass typische Kategorisierungen, wie Geschlecht und Habitus, wie sie in einem Steckbrief gefordert werden, bei Josef Meißauer nicht selbstverständlich zugeschrieben werden können. Dies soll die ausgearbeiteten „typisch männlichen“ und „typisch weiblichen“ Eigenschaften verunsichern und bei den Schüler_innen die Orientierungskompetenz fördern


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Abstract

Josef Meißauer wurde in Bayern in den Jahren vor 1910 wiederholt vor Gericht gestellt, weil diese Person in der Öffentlichkeit in Frauenkleidern auftrat.

Hintergrund

Bei der auf den Fotografien unbekannter Provenienz abgebildeten Person handelt es sich um Josef Meißauer. Diese Person wurde in Bayern in den Jahren vor 1910 wiederholt vor Gericht gestellt, weil sie in der Öffentlichkeit in Frauenkleidern auftrat. Um eine dauerhafte Erlaubnis zu erhalten, Frauenkleider tragen zu dürfen, wandte sich die Person an Magnus Hirschfeld, einen Berliner Sexualwissenschaftler, der sich mit Geschlechtsidentitäten befasste. Mit Hilfe eines Gutachtens wollte Hirschfeld den polizeilichen Behörden die Unbedenklichkeit des Verhaltens aufzeigen. Josef Meißauer war Anfang September 1911 einer der ersten, die sich aufgrund der Monografie „Die Transvestiten“ von Magnus Hirschfeld wegen eines solchen Gutachtens an Hirschfeld wandten. Das fertigte dieser gemeinsam mit Iwan Bloch aus. Mit dem Gutachten gelang es dann tatsächlich, für Meißauer jene polizeiliche Legitimation einzuholen.

Didaktische Anmerkung:

Der oben bereitgestellte Abstract kann von der Lehrkraft als kurzes Impulsreferat zur thematischen Einführung verwendet werden. Ebenso bietet es sich an, den Abstract als kurzen Infotext den Schüler_innen während der Erarbeitung bereitzustellen.

Quellen / Material
  • Q1 - Fotografien von Josef Meißauer (links : nach polizeilicher Genehmigung, rechts: vor polizeilicher Genehmigung)
    Hirschfeld, Magnus & Tilke, Max: Der erotische Verkleidungstrieb (Die Transvestiten), Illustrierter Teil. Berlin 1912, (A. Pulvermacher), Tafel XVIII.
  • Q 2: Lebensgeschichte Josef Meißauers aus Gutachten von Hirschfeld/Bloch 1912 1

    „[...] Er spielte zwar auch mit Knaben, aber viel lieber mit Mädchen, hatte auch große Freude an Puppen, die sogar noch heute besteht, und lernte auf eigenen Wunsch kochen und stricken. Schon als Knabe zog er heimlich Mädchenkleider an, so oft es ihm möglich war und, wenn seine Haare lang genug waren, flocht er sie, worüber er oft verspottet wurde. Die Geschlechtsreife trat zwischen 16 und 18 Jahren ein. Die Stimme wurde tiefer und es stellte sich eine eigenartige Empfindung an den Brustwarzen ein, die heute noch vorhanden ist. Der Geschlechtstrieb war von Anfang an sehr schwachentwickelt, auch der Bartwuchs stellte sich erst mit 25 Jahren ein und ist gering geblieben. Auch die Körperbehaarung entwickelte sich fast gar nicht. Schon damals sagte man allgemein, er mache den Eindruck eines Mädchens, und als er einmal in den zwanziger Jahren Damenkleider anzog und sich darin zeigte, erkannten ihn nicht einmal seine nächsten Verwandten und Bekannten.

    Bis heute hat der Patient einen geschlechtlichen Verkehr nicht gehabt, da er niemals einen besonderen Drang dazu verspürte, überhaupt vor geschlechtlicher Berührung, z. B. Anfassen seiner Genitalien beim Urinieren, einen Ekel hat.[...] Jedoch war sein geschlechtliches Empfinden auch niemals auf das männliche Geschlecht gerichtet. Von Kindheit an besteht dieser leidenschaftliche Hang bei ihm, sich als Frau zu kleiden. Er hat immer wieder versucht, diesen Hang zu bekämpfen -namentlich nach den weiter unten zu erwähnenden unangenehmen Erlebnissen und Konflikten-, aber es war vergeblich. Die Folge einer längeren Enthaltsamkeit von der Frauentracht war stets eine schwere geistige Depression. [...] Für die Befriedigung dieser Neigung würde er, wie er sagt, sich entmannen lassen, ja selbst ins Gefängnis gehen, wenn sie anders nicht möglich wäre. Die weibliche Kleidung bot ihm von jeher Ersatz für alles andere.

    [...] Nachdem ihn sein unverschuldeter Zustand schon sehr viel Geld gekostet und viel Kummer und Verdruß bereitet, und nachdem er aus Dr. Hirschfelds Buch „Die Transvestiten“ die wahre Natur seines Zustandes erfahren hatte, hat er uns gegenüber den Wunsch ausgesprochen, durch ein von uns erstattetes Gutachten auch vor der zuständigen Behörde den Beweis führen zu können, daß seiner Natur mehr die Frauenkleidung entspricht als die Männertracht, und demgemäß die offizielle Erlaubnis zu erhalten, erstere dauernd zu tragen.“

    • 1. Herrn, Rainer: Schnittmuster des Geschlechts - Transvestismus und Transsexualität in der frühen Sexualwissenschaft, Gutachten von Hirschfeld und Bloch, um Legitimation des Tragens von Frauenkleidung für Joseph Meißauer. Gießen 2005, S. 80.
  • Q 3: Reaktionen der Öffentlichkeit und des Staates auf Josef Meißauer aus Gutachten von Hirschfeld/Bloch 1912 1

    „Seine Lebensgeschichte, aus der wir nun die wichtigsten und wesentlichen Einzelheiten hervorheben, bestätigt diese seine Angaben in vollem Umfange. Der Patient ist fromm katholisch erzogen, ist sehr religiös und bekleidete 7 Jahre die Stelle des Messners. [...]

    Er ließ sich dann, um seine unwiderstehliche Neigung zum Anlegen von weiblichen Kleidern wenigstens in Gestalt eines Surrogats zu befriedigen, vor 8 Jahren einen dunklen Mantel, eine Art Talar machen, um die ihm vor allem so widerwärtigen und lästigen männlichen Beinkleider nicht anziehen zu müssen. Darauf wurde er angeklagt, sich Priester- bzw. Ordenstracht angemaßt zu haben, aber schließlich freigesprochen. Er ließ sich dann einen farbigen Mantel anfertigen, so daß er nicht mehr mit einem Priester oder Ordensmann verwechselt werden konnte. Wenn er aber in diesem Rocke ausging, erregte er allgemeines Aufsehen und wurde öffentlich verspottet. Eine neue Anklage hatte wieder Freisprechung zur Folge. In der Urteilsbegründung wies der betreffende Richter darauf hin, daß ein Gesetzparagraph betreffs der Art der Kleidung nicht existiere. Nur dürfe man nicht die einem bestimmten Stand kennzeichnende Tracht, z. B. eine Uniform, anlegen. Auf dieses Urteil hin kleidete sich M. ganz als Dame, weil er dies nun für erlaubt hielt und dann auch gehört hatte, daß in Schliersee, Bezirksamt Miesbach, Oberbayern, eine Dame, namens Rosina Danner, ohne jede Erlaubnis als Mann gekleidet gegangen sei. Es wurde ihm auch 1910 vom Bezirksamt Miesbach bestätigt, daß die vor zwei Jahren gestorbene Rosina Danner 30 Jahre lang in Männerkleidung gegangen sei. Als daraufhin M. Frauentracht angelegt hatte, wurde er 1910 wieder angeklagt, in erster und zweiter lnstanz verurteilt, jedoch am 24. Dezember 1910 vom Kgl. Oberlandesgericht München freigesprochen.

    Nachdem ihn sein unverschuldeter Zustand schon sehr viel Geld gekostet und viel Kummer und Verdruß bereitet, und nachdem er aus Dr. Hirschfelds Buch „Die Transvestiten“ die wahre Natur seines Zustandes erfahren hatte, hat er uns gegenüber den Wunsch ausgesprochen, durch ein von uns erstattetes Gutachten auch vor der zuständigen Behörde den Beweis führen zu können, daß seiner Natur mehr die Frauenkleidung entspricht als die Männertracht, und demgemäß die offizielle Erlaubnis zu erhalten, erstere dauernd zu tragen.“

    • 1. Herrn, Rainer: Schnittmuster des Geschlechts - Transvestismus und Transsexualität in der frühen Sexualwissenschaft, Gutachten von Hirschfeld und Bloch, um Legitimation des Tragens von Frauenkleidung für Joseph Meißauer. Gießen 2005, S. 81.
  • Q 4: Untersuchung und Beobachtung Meißauers im Gutachten von Hirschfeld/Bloch 1912 1

    „[...] Der Patient ist 1 Meter 66 Zentimeter groß, von schlanker Gestalt , die Schulterhöhe beträgt 43 1/2 cm, die Beckenbreite 39 cm , der Habitus ist im allgemeinen männlich. Die Muskeln sind schwach entwickelt, die Brust zeigt weibliche Rundung, Hände und Füße sind klein, so daß der Patient Damenschuhe und Damenhandschuhe trägt. Farbe der Haut dunkelgelblich. Das Haupthaar war lang , weich und blond , ist aber zum großen Teil in Folge der Meningitis ausgefallen, der Rest ergraut. Er trägt jetzt eine in der Mitte geteilte Haarperücke. Der Körper ist fast nicht behaart, auch der Bartwuchs an Kinn und Oberlippe ist sehr gering. Die Genitalien sind mmännlich, jedoch wenig entwickelt, die Hoden leicht atropisch. Der Gang ist mehr weiblich als männlich, die Schritte sind klein und leicht, auch das Körpergewicht von 63 Kilogramm ist verhältnismäßig gering.

    M. macht in Männerkleidung einen scheuen, nervösen, sehr wenig männlichen Eindruck, errötet leicht, spricht mit allerdings männlicher, aber leiser Stimme. Sobald er Frauenkleidung angezogen hat, ist sein Verhalten völlig verändert. Er scheint erst dadurch sein natürliches Wesen gewonnen zu haben und macht als Frau einen viel harmonischeren und ausgeglicheneren Eindruck, während er in Männertracht befangen, geniert und verängstigt ist. Auch haben wir ihn wiederholt auf der Straße begleitet und uns überzeugt, daß er keinerlei Aufsehen in der Öffentlichkeit erregt. Durch sein ganzes Leben hat er außerdem bestätigt, daß seine ganze Geschlechtlichkeit gewissermaßen sich auf diese Neigung zur Frauentracht konzentriert und beschränkt. Seine Enthaltsamkeit macht beinahe den Eindruck der Asexualität. Es ist deshalb nicht zu befürchten, daß er seine Frauenkleidung jemals dazu benutzen wird, um Unrecht zu tun. Auf der anderen Seite erscheint es im Interesse seines Gesundheitszustandes dringend geboten, ihm die Frauentracht, in der er weder auffällt noch öffentliches Aergernis erregt, zu belassen. [...] Im Falle M. würde ein Verbot dieser Tracht eine außerordentliche Härte sein, die sehr leicht den Selbstmord eines Menschen zur Folge haben würde, der in jeder Beziehung, vor allem in moralischer Hinsicht, ein ehrenwerter, harmloser Mensch ist, der still für sich hin lebt, ohne jemandem was zu Leide zu tun.“

    • 1. Herrn, Rainer: Schnittmuster des Geschlechts - Transvestismus und Transsexualität in der frühen Sexualwissenschaft, Gutachten von Hirschfeld und Bloch, um Legitimation des Tragens von Frauenkleidung für Joseph Meißauer, Gießen 2005, S. 82.
Arbeitsaufträge

Erarbeitung & Sicherung:

Auf Basis der Quellenmaterialien aus den Bausteinen 1-3 sollen die Schüler_innen erneut einen Steckbrief von Josef Meißauer erstellen. Hierbei sollen sie zeigen, dass sie sich die vergangene Wirklichkeit der Person produktiv-eigensinnig angeeignet haben, indem sie die Geschichte von Josef Meißauer selbst erzählen.

Arbeitsaufträge:

  1. Erstelle auf Basis der Quellenmaterialien aus den Bausteinen 1-3 (Fotografien und sexualwissenschaftliches Gutachten) erneut einen Steckbrief von Josef Meißauer.
  2. Präsentiere diesen Steckbrief vor der Klasse und erläutere, wo du beim Erstellen des Steckbriefes auf Probleme gestoßen bist.
  3. Vergleicht im Unterrichtsgespräch die Steckbriefe, die ihr im Baustein 1 auf Grundlage der Fotografien, ohne weiteres Wissen über Josef Meißauer, erstellt habt, mit denen die ihr auf Basis des Quellenmaterials erstellt habt. Was stellt ihr fest?

Auswertung:

Im Unterrichtsgespräch reflektieren die Schüler_innen ihre Arbeit an den Steckbriefen. Es soll herausgestellt werden, dass typische Kategorisierungen, wie Geschlecht und Habitus, wie sie in einem Steckbrief gefordert werden, bei Josef Meißauer nicht selbstverständlich zugeschrieben werden können. Dies soll die ausgearbeiteten „typisch männlichen“ und „typisch weiblichen“ Eigenschaften verunsichern und bei den Schüler_innen die Orientierungskompetenz fördern