Kuratorinnenführung: „Ehe für alle!“ am 25.Mai 2019 15.00-16.00

Am 19. August 1992 beantragten deutschlandweit über 250 schwule und lesbische Paare das Aufgebot. Der Zweck: die Eheschließung. Ihre Anträge wurden selbstverständlich abgelehnt – die Ehe war schließlich Frau und Mann vorbehalten. Erst 25 Jahre später änderte sich das. Im Juni 2017 wurde die „Ehe für alle“ innerhalb weniger Tage gesetzliche Realität. Deutschland folgte damit 15 anderen europäischen Ländern, die die gleichgeschlechtliche Ehe schon Jahre zuvor eingeführt hatten. Während die meisten Kommentator*innen diesen Schritt als überfällig werteten, kritisierten andere die weitere gesellschaftliche Ausbreitung eines zutiefst konservativen Modells. Doch wie sehen das die frisch vermählten Paare selbst?

Die Ausstellung „Hochzeitsträume“ im Museum Europäischer Kulturen fragt nach den Träumen und Wünschen, die mit dem Heiraten verbunden sind. Anlässlich des Queer History Month werden in dieser Führung die Träume und Vorstellungen gleichgeschlechtlicher Paare im Fokus stehen. Heute ist die Eheschließung für die meisten Paare Ausdruck eines individuellen Lebensgefühls und bestimmten Lebensstils. Doch das war lange Zeit anders. Was der Einführung der „Ehe für alle“ 2017 vorausging und welche Diskussionen sich nach wie vor daran knüpfen, erzählt in dieser Führung eine der Kuratorinnen der Ausstellung.

Anmeldung:nicht erforderlich
Ausstellung: Hochzeitsträume
Sammlung: Museum Europäischer Kulturen

Angebote für:Erwachsene
Termin: Sa 25.05.2019 15:00 Uhr – 16:00 Uhr
Ort:Museum Europäischer Kulturen
Kosten: 4 EUR zzgl. Eintritt

Abschlussevent Alles queer macht der Mai am 24.Mai 2019

Alles queer macht der Mai- Eine andere Geschichtsschreibung ist möglich

Zum Abschluss des #QueerHistoryMonth 2019 möchten wir am 24.05 (von 18.00 bis 20.00) im Aquarium am Südblock gerne verschiedene Aktivistinnen/ Geschichtsschreiberinnen zusammenbringen und über folgende Aspekte ins Gespräch kommen: Sichtbarkeiten, Repräsentationen sowie Ausschlusspraxen aus Geschichtsschreibung und erprobte Gegenstrategien in der Vergangenheit und Gegenwart.

Es geht darum Sichtbarkeiten herzustellen, darum Biographien/Lebenswelten, die oft marginalisiert werden in der Geschichtsschreibung (Schwarze/of Color, Trans*, lesbische sowie DDR-Perspektiven) an diesem Abend zusammenzubringen und selbst sprechen zu lassen über ihr Leben, ihren Aktivismus, um dann ins Gespräch über frühere und aktuelle Aspekte von Diskriminierung aber auch Empowerment zu kommen.

Wir haben dafür die Aktivistin und multimediale Künstlerin Sanni Est gewinnen können, die einen Film über queere Vielfalt in Berlin gemacht hat. Dazu wird noch gerne eine Person, die im ihrem Film porträtiert wird eingeladen, um vielfältige Lebenswirklichkeiten sichtbar zu machen.

Zudem werden die Aktivistinnen des queerfeministischen Kollektivs der Raumerweiterungshalle dabei sein, die ihr Kunstprojekt, das Hörstück „gemeinsam.unerträglich– ein dokumentarisches Mosaik (2018)“ (Ein Hörstück über lesbische und trans Wirklichkeiten, Kulturen und Organisationsformen in der ehemaligen DDR und ihren Weiterführungen bis heute) vorstellen werden, in dem sie mit Archivmaterialien aus dem Archiv „Grauzone“ gearbeitet haben. Auch aus diesem Projekt wird zusätzlich eine Zeitzeug*in angefragt.

Die Teilnahme ist kostenlos.